Europa · Inklusion · Kultur · Menschenrechte · Soziales

Black Lives Matter (auch in Europa)

Ich frage mich, wie mein Leben als Schwerbehinderter (musste damals noch diese gelbe Armbinde mit den drei schwarzen Punkten tragen, damit ich den ÖNV kostenlos nutzen konnte) mit schwarzer Hautfarbe zu meiner Grundschulzeit verlaufen wäre, zu der Zeit in den Schulen noch sehr viele aus der Nazi-Zeit unterrichteten! Ob ich auch nach Ende meiner Schulzeit, wie nach Erreichen meines Diploms, die gleichen Chancen mit dieser Hautfarbe als Bundesbeamter bekommen hätte?Sind wir heute weiter? Ich denke, nicht wirklich …

Menschenrechte · Privates

Otto und Gedenken an KZ-Befreiungen vor 75 Jahren , 19.04.2020

Auch ich muss stets an all die Menschen denken, die von diesen Rassisten ermordet wurden.
Ebenso denke ich an die Menschen, die u.a Auschwitz überlebten und dennoch keinen Schadensersatz bekamen.

Am 15.4.2020 hatte mein Vater seinen 6. Todestag und ich muss auch immer wieder daran denken, wie sehr er sich als Rechtsanwalt für Überlebende des Holocaust einsetzte, jahrelang und oft ehrenamtlich.

Mein Vater übergab mir, als ich gerade frisches Abitur bekommen hatte, insbesondere einen bestimmten Fall.
Ein ehemals großartiger Künstler, er war ein in Paris bekannter Steptzänzer, der als einziger seiner Familie in Auschwitz überlebte und seit der Rettung an zunehmender Erkrankung „Verfolgungswahn“ litt.

Die Behörden in Hamburg versuchten immer wieder diesen Herrn in die geschlossene Anstalt in Hamburg Ochsenzoll zu schicken.
Mein Vater kämpfte immer wieder juristisch dagegen an und bezahlte auch eine Wohnung für seinen Mandaten.
Ich kümmerte mich quasi als Sozialarbeiter, nach Rücksprache mit dem Sozialamt, jahrelang um ihn.

Leider wurde ich mit den Jahren als selbständiger Controller zahlungsunfähig. So musste ich, gerade noch frisch verheiratet und zum 2. Mal Vater geworden, mit meiner Familie Haus und Stadt Hamburg verlassen und nach Kiel ziehen, weil ich dort eine sehr günstige Wohnung in Wohngemeinschaft fand und auch endlich einen Job als Putzkraft in der Kieler Universität.
Trotzdem kümmerte ich mich weiter um diesen Herrn, den ich jetzt hier nur Otto nenne.

Dank meiner kleinen Karriere als Putzkraft bekam ich nach rund 4 Wochen Arbeit die Qualifizierung als Vorarbeiter und dank dieser bekam ich sehr schnell einen richtig guten Job, mit diesem ich meine Familie endlich wieder ausreichend ernähren konnte.
Allerdings war dieser Job in München, wohin ich dann auch mit meiner Familie zog.

Bis heute komme ich nicht wirklich über diesen damaligen Schritt zum neuem Lebensabschnitt hinweg.

Rund zwei Jahre nach dem Umzug nach Bayern, bekam ich von meinem Vater die Information, dass Otto sich umgebracht hatte.
Da fiel ich ein großes Loch und brauchte viele Jahre um aus diesem wieder heraus zu kommen.

Lieber Otto, ich kann Dich nicht um Verzeihung bitten, dennoch hoffe ich auf Dein Verständnis, dass ich mich für meine Familie entscheiden musste.
Ich werde Dich nie vergessen, ein großartiger Mann, der es trotz seiner Krankheit schaffte, mir zu zeigen, dass es keine Taubheit gibt und wozu man als Mensch in der Lage ist.

Gerade Du hast mir unglaublich viel Energie gegeben und bist auch einer der wichtigen Gründe für meine inzwischen viele Jahre Arbeit für Gerechtigkeit!

Danke, lieber Otto!

Behinderung · DCIG · DSB · EFHOH · HOB VoG · IFHOH · Inklusion · Kultur · Menschenrechte · Soziales · Sprache · UN

Bedeutung der Hörschädigung

Die Bedeutung der Hörschädigung

Unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt finden wir grundsätzlich in der Fähigkeit, sich über zumindest eine gemeinsame Sprache uneingeschränkt, fehlerfrei austauschen zu können!

Es gibt kein Hörgerät, keinen Computer, keine Prothese, keine Therapie, die den auch so kleinen „Kommunikationsfehler“ wirklich beheben könnte.

Ein Hörschaden ist also nicht wirklich heilbar! Eine Hörschädigung, wenn überhaupt, kann höchstens nur gemildert werden!

Deshalb, die Bedeutung, jeder auch so kleinen, leichten Hörschädigung, wird so nach wie vor erheblich, umfassend unterschätzt!

Deshalb auch gibt es nach vor wie viel zu große Barrieren in unserer Gesellschaft!

Man kann noch so aufgeklärt sein, man kann auch viel Erfolg in der Familie, Gesellschaft, im Beruf haben.

Man bleibt trotzdem letztendlich mindestens ein wenig einsam.

Deswegen, das Thema Hörschädigung braucht deutlich mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung!

Heute ist Welttag für Menschen mit Behinderung! 10 Jahre UN Konvention für Menschen mit Behinderung!

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Nein, ich bin nicht gehörlos

Ein gut gemeinter Artikel, für diesen ich natürlich dankbar bin!

Dieser Artikel zeigt jedoch wiederholt, wie viel Aufklärungsarbeit über die verschiedenen Bedürfnisse unter den vielen verschiedenen Arten der Hörschädigung noch nötig ist!

Unter gehörlos versteht man einen Menschen, der primär die Gebärdensprache nutzt und dementsprechend Unterstützung durch Gebärdensprachdolmetschung zur Kommunikation in der „hörenden“ Welt benötigt!

Ich bin zwar taub, jedoch lautsprachig orientiert! Gemäß dem BTHG darf ich den Anspruch auf Unterstützung durch die Schriftdolmetschung stellen!
Genau darum kämpfe ich, auch im Interesse aller anderen Hörgeschädigten, die nicht Gebärdensprachler*innen sind und auf diese Unterstützung angewiesen sind!

Patrick Hennings möchte mithören
29.11.2019

Inklusion · Menschenrechte · Wissenschaft

10.12.1948 und die maximal mögliche Vielfalt mittels inklusiver Prozesse

Um die optimalen integrierenden Prozesse zur maximal möglichen Vielfalt erreichen zu können, brauchen wir insbesondere eine gemeinsame Sprache und Haltung.

Der 10.12.1948 ist auch deshalb historisch und grundlegend für alle weiteren rechtlichen und wissenschaftlichen Schritte zu einer erfolgreichen Inklusionspolitik.

Solange versucht wird Teilbereiche unserer Menschenrechte einzuschränken, werden insgesamt die Inklusionsprozesse ausgebremst.

Menschen, die etwas gegen z.B. die Flüchtlinge haben, sind i.d.R. die Ersten, die grundsätzlich etwas gegen das gemeinsame Lernen und Leben mit verschiedenen Menschen haben, sie wollen erst die eigenen Interessen durchsetzen.

Dabei kann die Inklusion nur funktionieren, wenn alle Menschen auch zu einem Kompromiss bereit sind und allen anderen Menschen die gleichen Rechte anerkennen.